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Die deutsche Kueche und wie sie wuerztIch lebe und koche seit 30 Jahren in England und habe von der englischen Kueche gelernt, dass man in der gehobenen Kueche die guten Naturprodukte nicht ueberwuerzt und damit verdirbt (adulterate good food - wie man in England sagt). Der natuerliche Geschmack wird in der deutschen Kueche oft verdorben mit uebermaessigem raeuchern, wie bei Heilbutt und Schwarzwald-Schinken. Auch Salz, Essig und Zucker dominieren. Zucker zum Beispiel im deutschen suessen Wein. Deutsche Torten bestehen hauptsaechlich aus Sahne. Die Liste ist endlos. Hier koennen die Deutschen sehr viel von den Englaendern lernen. Die Inselbewohner haben schon immer einen feinen Geschmack fuer das Natuerliche im Essen gehabt. Das Wuerzen wird nur in einer dezenten Form gebraucht um den natuerlichen Geschmack noch zu erheben und ze betonene Die englische Kultur und Kueche ist seit Jahrhunderten multi-kulturell und macht Gebrauch von Gewuerzen aus aller Welt. Besonders eng verbunden ist sie mit Indien und China. Viele dieser Gewuerze haben den Weg in englische Kochrezepte gefunden. In England, wo die indische Kueche sozusagen zu Hause ist, kennt man kein "Curry Gewuerz", wie die Deutschen es fehlerhaft nenne. Es gibt jedoch unendliche Verbindungen von Curry-Mischungen, aus verschiedenen Gewuerzen zusammen-gestellt. "Curry" ist kein Gewuerz, es ist eine Mischung von Gewuerzen! In England gibt es etwa 110,000 indische Restaurants alleine. Man sagt, mehr als in Indien. Die besten Rohmaterialien von Fleisch, Fisch und Gemuese bekommt man in England. Die indische Kueche besonders weiss diese Tatsache zu schaetzen. Die indische Kueche gehoert zu den besten der Welt, und in England findet man sie ueberall vor. Sie gehoert so zum alltaeglichen Leben, dass sie zum integrierten Bestandteil der Kultur geworden ist. Auslaender, und darunter deutsche Koeche, die laengere Erfahrung in England gemacht haben, werden diese Tatsachen bestaetigen. Der englische Gast hat einen sehr ausgepraegten und feinen Geschmack fuer natuerliches Essen. Deshalb sind sie wohl auch die besten Connaisseure fuer feine Weine in der Welt, eine weitere Tatsache, die wenige Deutsche verstehen wuerden. Die deutsche Kueche kann heutzutage viel von der "englischen" Kochkultur lernen, besonders, dass man Gutes Essen nicht ueberwuerzt oder sogar "verwuerzt" ("falsche" und zuviel Gewuerze auf einmal). Jakobs Muschel zum Beispiel, wie gezeigt am Fernsehen, war schon kriminell. Das faengt schon beim Salzen an, hier wird ueberreichlich Gebrauch gemacht. Bei Pommes z.B., die werden in Deutschland fast wie kleine Salzstangen serviert. In England ist der Gast in der gluecklichen und gesunden Lage zu bestimmen ob er ueberhaupt salzen moechte, und wenn ja, wieviel er moechte. In vielen Faellen gehoert Salz in erster Linie auf den Tisch und nicht vom Koch bestimmt in die Kueche. Dies ist die erste Grundregel, welche die Deutschen von der englischen Kueche lernen koennten und sollten. Beim Zucker gilt die gleiche Regel. Der Koch suesst ja auch nicht den Kaffee. Die gute deutsche Gaststaette ist leider ein Ding der Vergangenheit. Vorgekochtes Essen wird in der Mikrowelle "gekocht" und Sossen aus dem Plastikbeutel benutzt. Waehrend in England das Essen immer besser wird, scheint die deutsche Kochkultur, wie der deutsche Wein, leider zu sinken. Im Grossen und Ganzen muss die deutsche Kueche mehr Feingefuehl fuer die zeitgemaesse Kochkultur entwickeln. Eine kurze Lehrzeit, besonders in London, wuerde vielen deutschen Koechen und Gaesten die Augen oeffnen und den Gaumen-Geschmack erweitern. Aber eine Bedingung ist notwendig: die Deutschen muessen ihre Vorurteile zu Hause lassen. Sonst sind sie als Gast in aller Welt unwillkommen. Mit mehr Geschmack, Verstand und offener Mentalitaet waere im allgemeinen der deutsche Wein nicht so tief gesunken und international so unbeliebt geworden! Leider waren es wieder die Englaender, die zuerst die besseren und interessanteren "Neue Welt Weine" entdeckt hatten und in Europa auf Kosten der deutschen "langweiligen" Weine beliebt gemacht haben. Ich hoffe, die deutsche Mentalitaet ist tolerant genug, um meine Beispiele zu verstehen und zu "verdauen". R. Brown, York Return to the index of current articles Articles | Archive | Comments | About | Home The publisher reserves the right to refuse publication of any article or comment for any reason. Articles and comments published here are the opinions of the individual authors and are not necessarily the opinions of the publisher. All information on this page is subject to change without notice. The publishers accept no liability for loss or injury arising from use of the information on this web site. |